Client Management – Die Übersicht behalten!

Als ich 2016 meine Ausbildung als Fachinformatiker für Systemintegration bei der Netfonds AG anfing, waren wir ein Unternehmen mit etwa 80 Mitarbeitern. Anfangs fiel es mir schwer mich im Gebäude (damals Süderstraße) zurechtzufinden. Es war ja alles neu für mich und ich war froh, wenn ich einen der Vorstände auf dem Flur erkannte. Es dauerte nicht lange, ein paar Monate, bis ich alle Mitarbeiter bei ihrem Vornamen kannte. Endlich musste ich meine Kollegen nicht mehr bei jedem Ticket nerven und fragen: “Hey in welchem Büro sitzt unser CEO nochmal?”. Was ich damit sagen möchte, es war alles noch überschaubar. 

Als Mittel der Wahl, um nicht nach der berühmten Turnschuh-Administration zu arbeiten, setzen wir TeamViewer ein. Mit Hilfe des Windows Active Directory wurde der Großteil der benötigten Standardsoftware verteilt und Konfigurationen auf den Clients angewendet. Windows Updates wurden über den WSUS verteilt. Software, die nicht über die Softwareverteilung installiert und aktualisiert werden konnte, musste manuell installiert werden. Neue Computer wurden zu der Zeit noch im überschaubaren Rahmen angeschafft.

Deshalb war es auch nicht weiter schlimm, dass diese Aufgabe komplett per Hand gemacht wurde. Neu-Installationen waren dank der langen Einsatzzeit von Windows 7 nur selten nötig. Schmerzhaft wurde es beim Wechsel von Windows 7 auf Windows 10. Das Upgrade per Hand war Zeit und Nerven raubend, aber bei der Anzahl von etwa 80 Clients noch verkraftbar. Glücklicherweise hatte ich fast den ganzen Zeitraum Berufsschule. So wurde der Löwenanteil durch meine Kollegen erledigt.

Heute wäre ein solches Szenario für uns unmöglich. Die Anzahl an zu betreuenden Clients in unserem Netzwerk liegt mittlerweile bei 315. Im Vergleich zu 2016 ist das ein Wachstum von fast 300% – der blanke Wahnsinn. Wir mussten uns also die Frage stellen wie wir jetzt und zukünftig allen Aufgaben gerecht werden können. Vor allem, da derzeit fast alle Clients im Home Office stehen und Wartungen fast ausschließlich remote erfolgen. Allein durch Manpower können wir das nicht schaffen. Das Zauberwort heißt also Automatisierung.

Die Eckpfeiler des Client Managements

Der erste Eckpfeiler für ein erfolgreiches Client Management ist Übersicht. Wir müssen zu jedem Zeitpunkt wissen welche Software auf unseren Clients installiert ist und welche Updates installiert oder noch ausstehend sind. Außerdem ist es sehr wichtig zu wissen, welche Schwachstellen aus fehlenden Updates oder schlecht gemachter Software resultieren. Zur Übersichtlichkeit gehört aber auch eine möglichst homogene Hardware und Softwareumgebung, weshalb wir schon immer möglichst nur ein Modell an Notebooks und Workstations erwerben. Der Aufwand für den Support steigt andernfalls erheblich.

Auf einem Bein kann man nicht stehen. Der zweite Eckpfeiler ist das Deployment, um gezielt und möglichst automatisch auf die erkannten Missstände reagieren zu können. Mit unserer Client Management Lösung von Baramundi, die wir für diesen Zweck angeschafft haben, können wir sowohl Clients im lokalen Firmennetzwerk, im Home Office, oder einem beliebigen anderen Ort auf der Welt mit Internetzugang verwalten. 

Deployment und Automatisierung

Das Deployment besteht aus zwei Komponenten der Softwareverteilung und der Betriebssysteminstallation.

Mit der Softwareverteilung können wir sicherstellen, dass auf allen Clients die zum Arbeiten notwendige, standardisierte Software installiert wird und Softwareaktualisierungen durchgeführt werden. In Baramundi werden dafür Jobs an die Clients verteilt, die regelmäßig auf den Clients prüfen welche Software aktualisiert werden muss oder fehlend ist. In Interaktion mit dem User wird die Software dann automatisiert aktualisiert. Außerdem können die Jobs für verschiedene Anwendungen in einem Kiosk angefordert werden. So können Mitarbeiter selbständig Software, die für einen bestimmten Anwendungsfall benötigt wird installieren, ohne auf einen Administrator angewiesen zu sein. Ebenfalls können über die Softwareverteilung Skripte für administrative Tätigkeiten oder die Verteilung von Konfigurationen auf dem Client ausgeführt werden. So war es mir z. B. möglich, die Split Tunneling Konfiguration für unser User-VPN anzupassen, so dass wir unsere Internetleitungen im Office, die durch die Home Office-Nutzung wegen Corona stark beansprucht wurde, entlasten konnten.

Die zweite Komponente des Deployments ist die Betriebssystem-Installation. Ein Werkzeug mit dem wir viel Zeit sparen können. Das Wachstum der Netfonds Gruppe ist weiterhin ungebremst. So müssen im Schnitt gut 30 Computer im Monat für neue Mitarbeiter vorbereitet oder alte Rechner neu aufgesetzt werden. Die Installation eines Computers hat früher einige Stunden in Anspruch genommen, da Software, Treiber und Konfigurationen teilweise per Hand installiert werden mussten. Über das automatisierte Deployment ist der Arbeitsaufwand erheblich verringert worden. Der Client muss nun lediglich am Netzwerk angeschlossen werden und der vorgefertigte Job über PXE gestartet werden. So können wir Computer gemäß der Vorgaben und mit aller benötigter Software binnen weniger Minuten Arbeitsaufwand aufsetzen. Der Mitarbeiter im Helpdesk kann sich bis zum Abschluss des Jobs um den Service oder andere Aufgaben kümmern ohne zwischendurch Eingaben für Installationen tätigen zu müssen.

Zum Deployment gehören außerdem Inplace Upgrade für Windows 10. Jeder Windows Build wird von Microsoft für 18 Monate nach Release supportet. Wir müssen also darauf achten, dass unsere Clients vor Ablauf des Lebenszyklus ein Major Update auf die aktuelle Version bekommen. Klar könnte man diese Updates auch einfach über Windows Update einspielen. Das Problem ist aber, dass Major Updates schon mal etwas länger dauern können. Im schlimmsten Fall könnte es also passieren, dass ein Mitarbeiter stundenlang vor seinem Rechner sitzt und nicht arbeiten kann. Über das Deployment von Baramundi können wir die Updates geplant an den Client ausliefern und den Mitarbeiter über das Update informieren. So können Major Updates z.B. in der Mittagspause oder zum Feierabend geplant werden.

Wo automatisiert wird gibt es auch Fehler. Nicht immer laufen Installationen, Updates und Patches fehlerfrei. Probleme kann es immer geben, wichtig ist es nur diese auch zu erkennen. Wir sind also wieder beim Punkt Übersicht. Ein großer Vorteil den uns das Client Management mit Baramundi liefert ist eben dieses Feedback, das wir zu jedem Job gesammelt an einem Ort bekommen. So sind wir in der Lage Fehler frühzeitig zu erkennen und reagieren zu können, und damit den Impact für den User so gering wie möglich zu halten. Die Automatisierung von Aufgaben hat außerdem den Vorteil dass individuelle, vom Menschen produzierte Fehler vermieden werden. Die Automatisierung der Betriebssysteminstallation verhindert also z. B., dass die Installation des Virenschutzes vergessen wird oder die Konfiguration des TeamViewers nicht stimmt. Wie gesagt kann es aber auch bei der automatisierten Installation zu Fehlern kommen. In jedem Fall wird es zwar eine Fehlermeldung geben, diese kann aber übersehen werden. Für diesen Fall bietet Baramundi mit dem Modul Compliance die Möglichkeit zu prüfen, ob auf dem Client sämtliche vorgesehene Software installiert ist und ob Konfigurationen verteilt wurden. Diese Checks müssen allerdings individuell erstellt werden und bedeuten noch eine Menge Arbeit für die Zukunft. So können wir einen doppelten Boden schaffen, um Fehler zu vermeiden und sicherzustellen, dass unsere Clients immer den vorgegebenen Regeln entsprechen. 

Fazit

Mit dem Client Management von Baramundi ist es uns gelungen den Arbeitsaufwand in vielen Bereichen unserer täglichen Arbeit zu verringern. Betriebssystem Installationen und Software Rollouts sind nun keine tagesfüllenden Aufgaben mehr. Auch können wir so die Aktualität unserer Clients nun auch im Home Office gewährleisten.

Bild: Canva

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